Möglich gemacht wurde das Angebot durch den DRK-Spendentopf für Geflüchtete aus der Ukraine. „Wir haben oft erlebt, dass herkömmliche Sprachkurse für ältere Menschen zu schnell sind und sich stark auf Grammatik konzentrieren. Das stellt viele vor große Herausforderungen“, erklärt Achim Ringwald aus der Flüchtlingssozialarbeit des DRK-Kreisverbands Emmendingen.
Im Herbst 2025 startete der erste Kurs – mit durchschlagendem Erfolg. Die Nachfrage war so groß, dass im Frühjahr ein zweiter Kurs folgen konnte. „Ob wir weitere Kurse anbieten können, hängt davon ab, ob weiterhin Spendengelder zur Verfügung stehen“, so Ringwald.
Besonders ist nicht nur das Konzept, sondern auch der Kursleiter selbst: Uhur stammt aus den eigenen Reihen. Einst selbst geflüchtet, besuchte er zunächst einen Sprachkurs, unterstützte anschließend als Dolmetscher und übernahm schließlich die Rolle des Lehrers. Aktuell bildet er sich als Lehrkraft weiter. Den Unterricht gestaltet er praxisnah und niedrigschwellig – mit Bildern, Geschichten und viel persönlichem Engagement. „Viele trauen sich einfach nicht zu sprechen. Genau da setze ich an und ermutige die Teilnehmenden Schritt für Schritt“, erklärt er.
Der Erfolg gibt ihm recht. Die Teilnehmenden berichten begeistert von ihren Fortschritten. „Wenn ich jetzt zum Arzt gehe, brauche ich keinen Dolmetscher mehr – ich schaffe das alleine“, erzählt eine Seniorin stolz. Andere betonen, wie sehr sich ihr Alltag verändert hat: „Wir sind so dankbar für diese Chance, es hat unser Leben wirklich verändert.“
Neben dem Spracherwerb spielt auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Viele der Teilnehmenden waren zuvor überwiegend im familiären Umfeld eingebunden und hatten wenig Kontakt zur Außenwelt. Der Kurs bietet ihnen nicht nur die Möglichkeit zu lernen, sondern auch, sich auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen.
Unterstützt wird das Projekt von der Freien evangelischen Gemeinde in Emmendingen, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Für eine angenehme Lernatmosphäre sorgt zudem Waltraud Findeisen, die die Gruppe einmal pro Woche mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Aktuell treffen sich 13 Teilnehmende zweimal wöchentlich für jeweils zwei Stunden. Die Gruppe ist zwischen 60 und 86 Jahre alt – und zeigt eindrucksvoll: Es ist nie zu spät, Neues zu lernen und neue Wege zu gehen.
