· Pressemitteilung

Kreisversammlung: Gut aufgestellt, aber mit Blick auf die Zukunft gefordert

Kreisversammlung 2026DRK KV Emmendingen

Bei der Kreisversammlung des DRK-Kreisverbandes Emmendingen am 6. Oktober wurde deutlich: Der Kreisverband ist in vielen Bereichen gut aufgestellt und entwickelt seine Angebote erfolgreich weiter. Gleichzeitig stellen neue gesetzliche Vorgaben und politische Entscheidungen insbesondere den Rettungsdienst vor große Herausforderungen.

„Wir können auf viele positive Entwicklungen blicken“, machte Alexander Breisacher, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, deutlich. So gelingt es dem Kreisverband zunehmend, Auszubildende nach ihrer Ausbildung im Rettungsdienst zu halten. Damit konnte dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegengewirkt werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass der DRK-Kreisverband als Arbeitgeber attraktive Perspektiven bietet.

Der Rettungsdienst ist eine zentrale Schnittstelle innerhalb der medizinischen Versorgung. Um gesetzliche Vorgaben erfüllen, gute Arbeitsbedingungen schaffen und die Qualität der Versorgung langfristig sichern zu können, sind Investitionen in die Infrastruktur notwendig.

Hier hat sich beim DRK-Kreisverband in den vergangenen Monaten viel bewegt: Die neuen Rettungswachen in Herbolzheim und Malterdingen sind bereits weit fortgeschritten. Voraussichtlich im Frühjahr 2027 können die beiden Standorte bezogen werden. Auch die Planungen für eine neue Rettungswache in Emmendingen gehen voran. Sobald die Entscheidung über den künftigen Standort beziehungsweise die neue Leitstellenstruktur im Landkreis getroffen ist, kann auch dieses Projekt weiter konkretisiert und mit dem Bau begonnen werden.

Umso größer ist die Sorge über die Auswirkungen des geplanten neuen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG). Insbesondere die vorgesehene Regelung zur Erstattung der Personalkosten könnte den Rettungsdienst vor erhebliche finanzielle Herausforderungen stellen. Bei der Kreisversammlung wurde dies anhand einer Beispielrechnung verdeutlicht: Wäre die geplante Regelung bereits vor drei Jahren in Kraft gewesen, würde der Rettungsdienst des Kreisverbandes heute mit rund 1,17 Millionen Euro im negativen Bereich stehen.

„Ich möchte deshalb unsere Abgeordneten herzlich bitten, die vorgesehene Erstattung der Personalkosten nochmals zu überdenken und zu korrigieren“, appellierte Hanno Hurth, Kreisvorsitzender, an die politischen Vertreter.

Auch in weiteren Bereichen des Kreisverbandes zeigt sich eine positive Entwicklung. Der Hausnotruf ist ein etabliertes Angebot, auf das inzwischen mehr als 1.600 Menschen im Landkreis vertrauen. Besonders erfolgreich ist dabei das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt: Der Hintergrunddienst wird hier hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen.

Auch die sozialen Dienste konnten sich weiterentwickeln. In der Flüchtlingssozialarbeit musste die Zahl der Mitarbeitenden aufgrund der rückläufigen Nachfrage zwar reduziert werden. Für die betroffenen Mitarbeitenden konnten jedoch andere Einsatzmöglichkeiten, unter anderem in der Schulbegleitung, geschaffen werden. Dort steigt die Nachfrage weiterhin.

Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet auch die Tagespflege Hilda in Waldkirch. Die Einrichtung ist sehr gut ausgelastet, die Warteliste weiterhin gefüllt. Gleichzeitig könnten geplante politische Veränderungen die Situation für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erschweren. So soll der Entlastungsbetrag ab Januar nach den derzeit vorgesehenen Regelungen erst ab Pflegegrad 2 eingesetzt werden können. Auch Angebote wie der Aktivierende Hausbesuch könnten von den Veränderungen betroffen sein.

Eine der wichtigsten Säulen des DRK-Kreisverbandes bleibt das Ehrenamt. Mit mehr als 2.400 Mitgliedern ist das Rote Kreuz im Landkreis breit verankert. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 70.000 Stunden ehrenamtlich geleistet.

Wie wertvoll dieses Engagement ist, betonten auch die Gäste der Kreisversammlung. Erster Polizeihauptkommissar Florian Leist, Leiter der Führungsgruppe der Polizei Emmendingen, zeigte sich beeindruckt von der Schnelligkeit und dem hohen Engagement der DRK-Einsatzkräfte bei gemeinsamen Einsätzen. Diesen Worten schlossen sich Christian Leiberich, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, sowie Andreas Fleig, ehemaliger Zugführer des Emmendinger Ortsverbandes des THW, an.

Auch Bürgermeister von Vörstetten Kevin Schüller würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen. Mit Blick auf zunehmende Herausforderungen durch den Klimawandel und damit möglicherweise häufiger auftretende Katastrophenlagen wird die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements künftig eher noch weiter zunehmen.

Im Rahmen der Kreisversammlung wurden zudem langjährig Engagierte ausgezeichnet. Dr. Thomas Eisele wurde für zehn Jahre Tätigkeit als Beisitzer im Kreisvorstand geehrt. Hier bringt er sich mit seiner medizinischen Expertise ein und unterstützt zusätzlich den Bereich Service Wohnen in Waldkirch.

Für 30 Jahre Engagement wurde Armin Welteroth ausgezeichnet. Als Justiziar stand er dem Kreisverband über Jahrzehnte zuverlässig zur Seite.

Peter Zimmermann erhielt eine Ehrung für 35 Jahre Engagement. Als stellvertretender Vorsitzender im Kreisvorstand und Vorsitzender des Ortsvereins Emmendingen engagiert er sich ebenso wie in der Notfallnachsorge mit großer Leidenschaft für das Rote Kreuz.

Besonders emotional wurde es bei der Ehrung von Martina Crocoll. Sie wird Ende des Jahres nach 45 Jahren als Assistenz der Geschäftsführung in den Ruhestand gehen. Mit Standing Ovations würdigten die Anwesenden ihre langjährige Arbeit, ihre Menschlichkeit und ihre besondere Fähigkeit, Haupt- und Ehrenamt miteinander zu verbinden. Über Jahrzehnte war sie zudem eine vertrauensvolle und verlässliche Ansprechpartnerin für die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen des Kreisverbandes.

Ein besonderer Dank gilt abschließend der Fachgruppe Verpflegung, die die Kreisversammlung mit Speisen und Getränken versorgte.

Die Kreisversammlung zeigte damit zweierlei: Der DRK-Kreisverband Emmendingen ist mit engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, erfolgreichen Angeboten und wichtigen Zukunftsprojekten gut aufgestellt. Gleichzeitig braucht es verlässliche politische und finanzielle Rahmenbedingungen, damit diese Strukturen auch in Zukunft Bestand haben und die Versorgung der Menschen im Landkreis weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet werden kann.