Ein Jahr intensiver Planung und Umsetzung war nötig, bis das System einsatzbereit war. Seit dem 17. März ist das neue KMS offiziell in Betrieb. Dafür wurde eigens ein neuer, hochgesicherter Serverraum eingerichtet, ausgestattet mit moderner Klimatechnik und Notstromversorgung.
Besonders beeindruckend ist die neue Übersetzungsfunktion: Spricht eine anrufende Person kein Deutsch, kann die Disponentin oder der Disponent per Knopfdruck die Transkription starten. Innerhalb weniger Sekunden erkennt die KI die Sprache – aktuell sind bis zu 40 Sprachen möglich – und übersetzt das Gesagte in Echtzeit. Die Übersetzung ist nicht nur hörbar, sondern auch direkt auf einem Touchscreen mitlesbar. „Das ist aber nur der Anfang, das entwickelt sich rasant weiter“, erklärt Erich Hebner, Leiter der Integrierten Leitstelle in Emmendingen.
Denn das System kann noch mehr: Bereits jetzt ermöglicht es eine präzisere Ortung der Anrufenden, was die Einsatzplanung deutlich verbessert. Perspektivisch sollen auch automatisierte Notrufe von Fahrzeugen detailliertere Informationen liefern können, etwa zum Unfallhergang. Sogar Videocalls lassen sich künftig in die Notrufbearbeitung integrieren.
Mit Kosten von rund 750.000 Euro ist die Investition erheblich, finanziert wird sie durch den Landkreis und die Kostenträger - hier die Krankenkassen. Erste Einsätze zeigen bereits: Auch wenn die neue Technik für Anrufende noch ungewohnt ist, sorgt sie schon jetzt für spürbare Verbesserungen.
„Wir freuen uns sehr über die neuen Möglichkeiten und sind bestens auf weitere technische Neuerungen vorbereitet“, so Hebner. Die Leitstelle Emmendingen setzt damit ein starkes Zeichen für die Zukunft der Notfallkommunikation.
