DRK Presseinformationen https://www.drk-emmendingen.de de DRK Thu, 29 Jul 2021 00:26:37 +0200 Thu, 29 Jul 2021 00:26:37 +0200 TYPO3 EXT:news news-49 Sat, 24 Jul 2021 15:52:04 +0200 Großartige Unternehmerinitiative https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/grossartige-unternehmerinitiative.html Betriebe im Gewerbegebiet Biederbachwiesen finanzieren gemeinsam einen vollautomatischen Defibrillator

Elzach (mkt). Die Idee hatte der DRK-Ortsverein Elzach. Umgesetzt haben sie fünf im Gewerbegebiet Biederbachwiesen in Elzach beheimatete Unternehmen: Die Anschaffung eines vollautomatischen Defibrillators. Daran beteiligt sind das Autohaus Hin, die Metzgerei Gustav Winterhalter, das Autohaus Ruf, die Schreinerei Becherer und die Stadt Elzach. Installiert wurde das Gerät, das an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Verfügung steht, im Eingangsbereich der Logistikhalle der Schreinerei Becherer in der Telfer Straße 6. Es ist damit im Notfall für Jedermann zugänglich.
„Die ersten Minuten bei einem plötzlichen Herzversagen sind die entscheidenden“, betonte Samuel Scherer vom DRK-Ortsverein Elzach bei der offiziellen Geräteübergabe vergangenen Freitag auf dem Betriebsgelände der Schreinerei Becherer. Wenn innerhalb der ersten drei Minuten nach einem Herzstillstand mit Herdruckmassage begonnen wird, sind die Überlebenschancen hoch. Jede Minute später sinken sie um 10 Prozent. Doch in Deutschland beginnen nur in 30 Prozent aller Fälle Laien mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Obwohl sie diese eigentlich kennen müssten, denn sie werden in jedem Erste-Hilfe-Kurs gelehrt. In anderen europäischen Ländern liegt diese Rate bei bis zu 70 Prozent. Diese Marke will die Initiative „Region der Lebensretter“, an der sich auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Landkreis Emmendingen beteiligt, auch in Deutschland erreichen. Dazu gehört auch die flächendeckende Ausstattung mit computergesteuerten Defibrillatoren. Die müssen allerdings über Sponsoren und Spendenaktionen finanziert werden. Diese Geräte sind so einfach handhabbar, dass sie jeder Laie ohne größere Einweisung bedienen kann. „Das Gerät ist selbst erklärend“, so Samuel Scherer. Ein Sprachmodul erteile gezielte Anweisungen, was zu tun ist. Der Computer erkennt eigenständig, ob eine Defibrillation wirklich notwendig ist. Nur dann führt er sie auch aus. Liegen die Voraussetzungen nicht vor, unterlässt er es und gibt die Anweisung, die Herzdruckmassage weiter zu führen. 
„Als der DRK-Ortsverein Elzach mit dem Vorschlag an uns herangetreten ist, hat’s nicht allzu viel Überzeugungsarbeit gebraucht“, erzählt Magnus Becherer, Mit-Geschäftsführer des Möbelbautriebs Schreinerei Becherer. „Wir haben uns kurz zusammen geschlossen und gesagt: Tolle Idee, da machen wir mit“. Zumal der Ortsverein zugesagt hat, die Wartung zu übernehmen. Mit dem Rettungsdienst verbindet sein Unternehmen eine seit Jahren bestehende Verbindung: Für die Durchführung des „Elzacher Notfalltages“, in dem die Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Emmendingen und der Freiwilligen Feuerwehr Elzach angehenden Medizinern einmal jährlich das Fachgebiet der Notfallmedizin praktisch näherbringt, stellt nicht nur die Stadt Elzach ihre Kläranlage und ihren städtischen Bauhof, sondern auch die Firma Becherer Teile ihres Betriebes als Übungsobjekte zur Verfügung. 
Und so war auch der ideale, zentrale Standort für das neue Gerät schnell gefunden: Der Eingangsbereich der Logistikhalle der Firma Becherer. Hier ist der „Defi“ nun in einem wetterfesten Kasten unter einer Überdachung gut beschildert zu finden. Überwacht wird er per W-Lan-Verbindung und durch die hauseigene Überwachungskamera, die einen mißbräuchlichen Umgang gleich aufzeichnen würde. 
Dass sich auch der im Gewerbegebiet ansässige Städtische Bauhof an der Initiative beteiligt, sei selbstverständlich, so Bürgermeister Roland Tibi. Denn die Stadt Elzach bringe sich aktiv in die Ausweitung des öffentlich installierten Netzes von Defibrillatoren ein.  Weitere Geräte werden in den nächsten Wochen dazu kommen. Sie werden in allen vier Ortsteilen installiert. „Dies war eine Initiative der Ortschaftsräte“, so Tibi, die entsprechende Spenden- und Sponsorenfindung betrieben. Vor gut zwei Jahren wurde bereits  im Foyer der Volksbank in Elzach ein Defi installiert. Ein weiterer ist im Foyer des Rathauses in Biederbach zu finden. 

]]>
news-48 Thu, 22 Jul 2021 07:13:25 +0200 DRK-Einsatzkräfte aus dem Landkreis Emmendingen halfen bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/drk-einsatzkraefte-aus-dem-landkreis-emmendingen-halfen-bei-der-flutkatastrophe-in-rheinland-pfalz.html „Diese Eindrücke werden wir so schnell nicht mehr vergessen“
DRK-Einsatzkräfte aus dem Landkreis Emmendingen halfen bei der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz

Kreis Emmendingen (mkt). Die Flutkatastrophen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen werden als Jahrhundert-Katastrophe in die Geschichte eingehen. Tausende von Helfern aus ganz Deutschland versuchten, den Menschen vor Ort zu helfen. Darunter waren auch Matthias Guski, Mathias Kölbel, Martin Gebhardt und Jonathan Throm vom DRK-Kreisverband Emmendingen, die mit zwei Rettungswagen aus den Beständen des Katastrophenschutzes zwei Tage lang in einer der am schlimmsten getroffenen Regionen, in Bad-Neuenahr-Ahrweiler, im Einsatz waren. 
Donnerstag, vergangene Woche: Das Land Baden-Württemberg hat beschlossen, dem benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu helfen. Neben Feuerwehreinheiten wurden auch 100 Rettungswagen aus den Beständen des Katastrophenschutzes noch an diesem Abend in Richtung Katastrophengebiet geschickt. Insgesamt 25 Rettungswagen musste der Badische Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes stellen. Dazu gehörten auch zwei Einsatzfahrzeuge aus dem Landkreis Emmendingen. „Ich hatte eine halbe Stunde Zeit, mich zu entscheiden, ob ich mitgehe oder nicht“, erinnert sich Mathias Kölbel. Der 44jährige Projekt- und Bauleiter für Laborausbau ist u.a. Bereitschaftsleiter des DRK Ortsvereins Gutach-Bleibach. Werkzeugmachermeister Matthias Guski (35) aus Elzach ist Mitglied der Kreisbereitschaftsleitung und wurde vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz als einer der ersten über den Einsatz informiert. Beide haben sich mit ihren Familien kurz geschlossen, um anschließend bei ihren Arbeitgebern um Freistellung zu bitten. Der 46jährige Finanzbeamte Martin Gebhardt, Mitglied im Kreisvorstand und Vorsitzender des Ortsvereins Freiamt, hatte eigentlich anderes vor über das Wochenende: „Aber als es eng wurde und noch ein Fahrer für das zweite Einsatzfahrzeug gesucht wurde, habe ich zugesagt“. Der 23jährige Student Jonathan Throm aus Waldkirch ist ausgebildeter Notfallsanitäter. Er arbeitet regelmäßig im Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Emmendingen und entschied sich spontan dafür, das Quartett zu vervollständigen. 
Im geschlossenen Konvoi ging es über Nacht von der Landesfeuerwehrschule Bruchsal aus, wo die Fahrzeuge und Mannschaften noch mit Material und Lebensmitteln eingedeckt wurden, bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Hier sollten die Einsatzkräfte aus Südbaden am nächsten Tag ein großes Pflegeheim in Ahrweiler mit 400 Bewohnern evakuieren und diese nach Bonn in ein Hotel bringen, das für sie frei geräumt worden war. „Die Menschen in der Einrichtung mussten zwei Tage lang ohne Strom und ohne Trinkwasser ausharren“, so Matthias Guski. Während der Flut stand das 14stöckige Gebäude bis zur Decke des zweiten Obergeschosses unter Wasser. „Das muss für die Menschen furchtbar gewesen sein“, so Martin Gebhardt. Gerade hatten sie die Corona-Pandemie mit der monatelangen Isolation überstanden, jetzt traf sie die nächste Katastrophe. Doch einfach hinfahren und helfen, das ging nicht: Die Zufahrten mussten erst durch die Bundeswehr und das THW mit schwerem Räumgerät freigemacht werden. Aber auch dann war es noch schwierig. „Plötzlich standen wir vor einer Brücke, aber die war einfach weg“, so Mathias Kölbel. Mit Hilfe einheimischer Feuerwehrkameraden fand man über Schleichwege eine zweite Brücke, über die man nach Ahrweiler gelangen konnte. Aber auch die war teilweise eingestürzt. Sie durfte nur von einzelnen Fahrzeugen im Schritttempo befahren werden. Überhaupt war das Fahren auf den beschädigten Straßen eine Herausforderung. Im Pflegeheim angekommen war körperliche Höchstleistung gefordert. Die gehfähigen Bewohner waren schon mit Bussen abtransportiert worden. Nun mussten die schwer pflegebedürftigen Patienten erst mühsam über Treppen hinunter getragen werden, bevor sie auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt wurden.
Noch während die Evakuierungsarbeiten liefen, wurde ein medizinischer Notfall im Stadtgebiet Ahrweiler gemeldet, für den Notfallsanitäter Jonathan Throm angefordert wurde. Der reguläre Rettungsdienst kam nicht durch, ein Notarzt stand nicht zur Verfügung. „Da wurde uns so richtig klar: Hier kann man nur Katastrophenmedizin leisten“, so Matthias Guski. Throm und seine Helfer waren auf sich allein gestellt, um die Situation zu bewältigen. Zum Glück gab es ein noch halbwegs intaktes Krankenhaus, das sie nach der Erstversorgung mit ihrer Patientin ansteuern konnten. 
Zweimal musste der Konvoi aus Südbaden die Tour zwischen Ahrweiler und Bonn bewältigen. Den letzten Patienten konnten sie am anderen Morgen um halbzwei Uhr in sein neues Bett legen. Vor allem die zweite Tour bei stockdunkler Nacht war gefährlich. Im Katastrophengebiet brannte ja keine einzige Straßenlaterne. Man musste sich vorsichtig über die schlammigen, teilweise schwer beschädigten Straßen vorantasten. „Wenn wir jetzt in den Graben fahren oder ein Reifen platzt, sind wir auf uns allein gestellt“, so die Befürchtung. Bereits bei der ersten Einweisung waren sie von der Einsatzleitung vor den trüben Schlamm- und Wassermassen gewarnt worden. „Da schwimmt ja alles drin rum: Öle, Schlicke, Abfälle. Und dann war ja auch nicht klar, ob nicht auch undichte Gasleitungen oder herabhängende Stromleitungen zum Verhängnis werden könnten“. 
Nach vier Stunden Schlaf im Hotel in Bonn, in dem der Hotelmanager spontan noch einige Zimmer für die Einsatzkräfte bereitgestellt hatte, ging es frühmorgens zurück in den Bereitstellungsraum in Ahrweiler. Doch erst einmal war Warten angesagt. Die Einsatzleitung bat darum, den regulären Rettungsdienst in Ahrweiler zu unterstützen, was jedoch später von einer anderen Einheit übernommen wurde. Statt dessen sollten die Einsatzkräfte aus Südbaden als Reserveeinheit in einen neuen Bereitstellungsraum am Nürburgring verlegt werden. Alternativ dazu gab es auch das Angebot, den Einsatz zu beenden. „Wir haben uns dann am späten Freitagnachmittag dafür entschieden, die Heimreise anzutreten“, so Guski. 
Neben den körperlichen Strapazen seien es vor allem die vielen Eindrücke gewesen, die nachhaltig wirken. „Überall Trümmer, so weit das Auge reichte, Kilometer um Kilometer“, fasst es Martin Gebhardt zusammen. Die Menschen standen teilweise in dünnen Schlafanzügen an den Ausgabestellen für Lebensmittel und Kleidung an. „Die hatten ja nichts mehr, nicht einmal mehr einen Krumen Brot“. Viele Betroffene hätten bereits mit dem Aufräumen angefangen. „Die haben geschuftet bis zum Umfallen“. Andere hätten einen apatischen Eindruck gemacht. Die Atmosphäre unter den Einsatzkräften „war super. Jeder hat Jedem geholfen, über alle Organisationen hinweg“, so Mathias Kölbel. „Die einheimischen Einsatzkräfte waren fix und fertig. Die hatten ja auch über Tage hinweg geschuftet, im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen“, so Matthias Guski. „Ich hab Krieg zum Glück nie selbst erlebt. Ich hab nur immer mal wieder Bilder im Fernsehen gesehen. Aber die zeigen die Realität bei Weitem nicht. Die Bilder, die Gerüche, die Verzweiflung, aber auch der Mut und die Hoffnung, die wir erlebt haben, das alles hat sich eingeprägt. Das werden wir, glaube ich, so schnell nicht mehr vergessen“, so Matthias Guski. 


Sie möchten den betroffenen Menschen im Hochwassergebiet helfen? Sachspenden werden im Moment nicht entgegengenommen, das DRK bittet jedoch um Geldspenden um den betroffenen Menschen zu helfen.

]]>
news-47 Thu, 01 Jul 2021 21:32:20 +0200 DRK Region der Lebensretter https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/drk-region-der-lebensretter.html „Dein Retter – ein Klick entfernt“ Ersthelfer per Smart-Phone alarmieren Kreis Emmendingen (mkt). Ganz Südbaden soll zur „Region der Lebensretter“ werden. Daran will sich auch das Deutsche Rote Kreuz im Landkreis Emmendingen beteiligen und ruft dazu auf, sich als Ersthelfer zur Verfügung zu stellen, um im Notfall bei einer Wiederbelebung in unmittelbarer Nähe zum eigenen Standort zu helfen. Was es dazu braucht? Ein Smartphone, auf dem die App „First AED“ installiert wird. Und die Bereitschaft einem Mitmenschen das Leben zu retten.

Die Bilder gingen um die Welt: Plötzlich bricht im Eröffnungsspiel der Fußball Europameisterschaft der dänische Nationalspieler Christian Eriksen ohne erkennbaren Grund zusammen. Sekunden später sind qualifizierte Profi-Retter bei ihm, erkennen einen Herzkreislaufstillstand, beginnen mit der Reanimation und setzen dabei auch einen Stromschlag über einen so genannten „Defibrillator“. Wie man heute weiß waren diese Sekunden im wahrsten Sinne lebensrettend. Eriksen war schon bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus wieder bei Bewusstsein. Sechs Tage später wurde er aus der stationären Behandlung entlassen – scheinbar ohne gravierende Folgeschäden. Während der dramatischen Minuten wird sich gar so mancher vor dem Bildschirm gefragt haben: Kann das auch mir passieren? War dieser glückliche Ausgang ein Wunder? Habe ich im Falle des Falles die gleichen Chancen, gerettet zu werden?

Zweimal ja, einmal Nein! Ein Wunder war diese Rettung nicht. Und ja, solch ein plötzlicher Herzstillstand kann Jedem und Jeder passieren, in jedem Alter, an jedem Ort, zu jeder Jahreszeit und ohne Vorankündigung. Ebenfalls ja: Chancen auf Rettung haben alle. Aber nur, wenn die Umgebung schnell und gezielt reagiert, mit ersten Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage beginnt und – im Idealfall – auch noch einen Defibrillator zur Verfügung hat und diesen einsetzt. Der plötzliche Herztod ist noch immer eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. 50.000 Menschen sind davon jährlich betroffen. Nur zehn Prozent überleben eine solch dramatische Herzattacke. Meistens steht das Herz nicht von jetzt auf gleich plötzlich still. Eher das Gegenteil ist der Fall: Der Herzmuskel gerät aus dem Takt, versucht immer schneller und schneller zu schlagen und gerät dann ins Flimmern. Seine eigentliche Aufgabe, Blut in den Kreislauf zu pumpen, kann er so nicht mehr erfüllen. Dieses in der Fachwelt „Herzkammerflimmern“ genannte Krankheitsbild kann man nur mittels eines gezielt ausgeführten Stromschlags durchbrechen. Parallel dazu zwingend notwendig ist die Massage des Herzens von außen. So wird der Herzmuskel angeregt, wieder regelmäßig zu schlagen.

Hört sich einfach an – und ist es letztlich auch!  Was es aber dazu braucht sind beherzte Menschen, die die Situation erkennen und entsprechend handeln! Denn auch der beste Rettungsdienst der Welt schafft es nur selten, bei solch einem Notfallereignis rechtzeitig vor Ort zu sein. Entscheidend sind die ersten drei Minuten nach einem Herzversagen. Wenn in dieser kurzen Zeitspanne nicht gezielt geholfen wird, gehen Herzmuskelzellen kaputt. Aber vor allem auch im Gehirn, das ja nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, treten nicht mehr wiedergutzumachende Schädigungen auf.

In Deutschland leiten nur in etwa 30 Prozent der Fälle Laienhelfer Wiederbelebungsmaßnahmen ein. In anderen europäischen Ländern liegt diese Rate bei bis zu 70 Prozent. Diese Rate will auch die Aktion „Region der Lebensretter“ erreichen. Gegründet wurde sie 2017 von Notfallmedizinern und EDV-Spezialisten in Freiburg. Ihre Idee: Häufig befinden sich medizinisch gut ausgebildete Menschen in unmittelbarer Nähe einer Notfallsituation, bekommen davon aber nichts mit. Dreh- und Angelpunkt jedes Notfallgeschehens ist die Integrierte Leitstelle, bei der in der Regel alle Notrufe eingehen. Die könnte doch, parallel zur Disposition des regulären Rettungsdienstes, in einer – nennen wir es mal vereinfacht ausgedrückt „Rundnachricht“ - Helfer davon informieren, dass in ihrer Nachbarschaft eine lebensbedrohliche Situation vorliegt. Langatmiges und zeitaufwändiges Herumtelefonieren ist jedoch nicht nötig. Dafür gibt es eine spezielle „App“, die man sich im Vorfeld auf das Handy oder Smartphone geladen hat.

Nun hat auch das Rote Kreuz im Landkreis Emmendingen diese Initiative aufgegriffen. Beim DRK-Kreisverband wurde dazu ein Arbeitskreis gegründet, dem mit Dr. Fabian Klumpp und Dr. Domagoj Damjanovic u.a. auch zwei versierte und erfahrene Notfallmediziner angehören. Dieser Arbeitskreis hat verschiedene Personengruppen angesprochen und um Mithilfe gebeten. „Wir setzen mindestens die Qualifikation von Sanitätshelfern voraus“, erläutert Christine Laufer, bei der in der DRK-Kreisgeschäftsstelle alle organisatorischen Fäden des Projektes zusammen laufen. Zur weiteren Zielgruppe, aus der die künftigen Helfer stammen könnten, gehören jedoch nicht nur Aktive des Roten Kreuzes aus dem Sanitäts- und Rettungsdienst, sondern auch Ärzte, Arzthelfer/innen, medizinisches Fachpersonal aus der Pflege, Therapeuten u.ä. Stand heute haben sich bereits über 100 Interessierte registrieren lassen – Tendenz steigend. „Unsere Zielmarke sind 400 im ganzen Landkreis“, so Christine Laufer. Die neue Initiative soll das seit vielen Jahren  bewährte System der „Helfer vor Ort“ aber nicht ersetzen, betont sie. „Deren Einsatzspektrum ist weit größer und daher nach wie vor unverzichtbar“. Die Aktion „Region der Lebensretter“ sei jedoch eine sinnvolle Ergänzung.

Parallel zur Personalfindung läuft eine Werbekampagne für die Installation von vollautomatischen Defibrillatoren in oder an öffentlichen Gebäuden, die rund um die Uhr zugänglich sind. „Wir wollen, dass in jedem noch so kleinen Dorf mindestens ein Defi vorhanden ist“, beschreibt Christine Laufer das Endziel. Denn die spielen – wie beim dänischen Fußballspieler Christian Eriksen – eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Wiederbelebung. „Wir wissen noch nicht, wo überall schon Geräte vorhanden sind“, so Christine Laufer. Wer solch ein Gerät bereits hat und zur Verfügung stellen möchte oder weiß, wo solch ein Gerät stationiert ist, kann dies gerne beim Roten Kreuz melden (lebensretter(at)drk-emmendingen.de). Finanziert werden die Geräte über Sponsoren und Spendenaktionen, die zumeist lokal vor Ort durchgeführt werden. Auch hier bietet das DRK seine Mithilfe an, zum Beispiel mit einem auf acht Jahre angelegten Pauschalangebot, in dem Kauf, Wartung, Pflege und die nach der Medizingeräteverordnung vorgeschriebene fachliche Überwachung enthalten sind. Die im Landkreis bereits vorhandenen „Defis“ werden derzeit mit Standort und Zugangsmöglichkeiten erfasst und auf einem eigenen EDV-Programm hinterlegt.

Anfang Juli soll im Landkreis Emmendingen mit den ersten Probeläufen der „Region der Lebensretter“ begonnen werden. Und so funktioniert’s: Bei der Integrierten Leitstelle Emmendingen kommt über Notruf 112 die Meldung an, dass auf einer öffentlichen Straße ein Mann mittleren Alters plötzlich zusammen gebrochen sei. Durch gezieltes Abfragen gelangen die Disponenten zu der Überzeugung, dass es sich hierbei um einen Herzkreislaufstillstand handelt. Sie weisen die Anrufer an, mit ersten Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen und begleiten diese auch am Telefon. Parallel dazu werden ein  Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug über das Einsatzstichwort „Reanimation“ alarmiert. Dieses Einsatzstichwort veranlasst das Computersystem, die Smartphone-Apps, die in unmittelbarer Umgebung des Notfallortes eingeloggt sind, ebenfalls zu alarmieren. Zwei Helfer werden durch ein GPS-System direkt zum Notfallort gelotst, ein dritter bekommt den Weg zum nächsten Defibrillator gezeigt. Jeder so alarmierte Helfer quittiert die Nachricht mit „Ja, ich komme“, oder aber auch „Nein, ich komme nicht“. Denn: „Es ist kein Muss unter allen Umständen in den Einsatz zu gehen“, so Fabian Klumpp. „Das Ganze geschieht auf freiwilliger Basis und darf keine belastende Verpflichtung sein“. Wer sich als Lebensretter registrieren lässt, ist automatisch Mitglied des Arbeitskreises und damit über das DRK auch versichert. Verdienst- oder Lohnausfall für die Einsätze gibt es zwar nicht. Aber eine persönliche Schutz- und eine kleine Notfallausrüstung für jeden Helfer, die das DRK stellt. Was nicht billig ist, wie DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Breisacher feststellt: Allein für die Einführung des First AED Systems rechnet er mit Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro, sowie weiteren 13.500 Euro jährlich für Unterhalt, Schulungen und die EDV-Kosten. Davon übernimmt der Landkreis Emmendingen die Hälfte. Außerdem unterstützen die BB-Bank und die Stiftung „FAIR-ways“ des SC-Freiburg den Projektstart mit größeren Beträgen. Denn „finanzieren können wir das Projekt nur über Spenden“, so Breisacher.

Infobox: „Region der Lebensretter“ im Landkreis Emmendingen: Ansprechpartnerin: Christine Laufer, DRK-Kreisverband Emmendingen, Telefon: 07641/460166; Alle Infos gibt es auch im Internet unter www.drk-emmendingen.de

 

]]>
news-46 Thu, 01 Jul 2021 06:07:56 +0200 Grundsteinlegung für das Rettungszentrum Elzach https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/grundsteinlegung-fuer-das-rettungszentrum-elzach.html Zeitkapsel wurde im Eingangsbereich hinter einer Platte in einer Nische befestigt. Am Freitag 25. Juni 2021 wurde der Grundstein für das neue Rettungszentrum von der Feuerwehr Elzach und der Rettungswache mit Notarztstützpunkt des DRK Kreisverbandes Emmendingen gelegt.

Mit dabei waren Landrat Hanno Hurth, Bürgermeister Roland Tibi, DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Breisacher, Kommandant Thomas Dufner und Abteilungskommandant der Abteilung Elzach, Joachim Gäßler.
Im Beisein von Landtagsabgeordnetem Schoch, Feuerwehr-Angehörigen und Mitgliedern des Gemeinderats sowie Mitarbeitern der Baufirmen wurde die Feierstunde abgehalten.

Nach den Grußworten von Bürgermeister Roland Tibi, Landrat Hanno Hurth und Abteilungskommandant Joachim Gäßler wurde die Zeitkapsel eingebracht. Dabei handelt es sich um eine Atemluftflasche der Feuerwehr Elzach.
Inhalt der "Zeitkapsel":
Badische Zeitung vom 25. Juni 2021
Festzeitschrift Feuerwehr Elzach
Magazin 112 vom Kreisfeuerwehrverband
Mannschaftsliste der Abteilung Elzach
Bilder aktueller Gemeinderat der Stadt Elzach
Ein Modellauto als Rettungswagen
Bilder von der alten Rettungswache DRK
Die Grußworte der Redner
Und ein Mundschutz

Die Zeitkapsel wurde im Eingangsbereich hinter einer Platte in einer Nische befestigt.

Das Rettungszentrum befindet sich im Moment im Rohbau und wird nächstes Jahr fertiggestellt.

]]>
news-45 Fri, 21 May 2021 17:21:02 +0200 „Wir haben unsere Testkapazitäten deutlich erweitert“ https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/wir-haben-unsere-testkapazitaeten-deutlich-erweitert.html DRK-Pressemitteilung zum Corona-Kreistestzentrum in Waldkirch Waldkirch (mkt). „Wir haben unsere Testkapazitäten im Kreistestzentrum in Waldkirch deutlich erweitert“, teilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Kreisverband Emmendingen mit. Das Rote Kreuz betreibt im Auftrag des Landkreises Emmendingen die beiden Corona-Testzentren in Malterdingen und Waldkirch. Die Einrichtung in Waldkirch wurde nun sowohl personell als auch zeitlich erweitert.

Ab sofort ist das Kreistestzentrum in Waldkirch immer werktags von 16.30 bis 20 Uhr und – das ist neu - an Wochenenden (Samstags und Sonntags) von 14.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Damit reagiert das DRK nicht zuletzt auch auf die Lockerungen im Freizeitverhalten in Baden-Württemberg. Ein Gaststättenbesuch zum Beispiel ist nur unter bestimmten Bedingungen – etwa einer nachgewiesen überstandenen Corona-Erkrankung oder zwei Impfungen, wovon die zweite mindestens vor zwei Wochen erfolgt sein muss – erlaubt. Oder aber mit einem aktuellen Corona-Schnelltest. Der gilt jedoch nur maximal 24 Stunden. Schnelltests sind aber auch zum Beispiel für private Treffen wichtig: „Viele Familien wollen zum Beispiel sicher gehen, etwa wenn sie über’s Wochenende ihre Eltern oder Großeltern besuchen wollen“, weiß Jens Ruppenthal, Mitglied der DRK-Kreisbereitschaftsführung und für die DRK-Testzentren verantwortlich.

Das Kreistestzentrum in Waldkirch ist auf dem Betriebsgelände der Firma Sick, genauer in der Kantine im Gebäude Z 6 untergebracht. Der Zugang erfolgt von der Rudolf-Blessing-Straße her. Wer einen Schnelltest machen will, muss sich vorher über Internet anmelden und einen Termin geben lassen. Die Adresse lautet: www.corona-schnelltest.drk-emmendingen.de. In begründeten dringenden Ausnahmefällen und wenn Kapazitäten frei sind, kann auch mal eine Ausnahme von der Anmeldepflicht gemacht werden. Rund 80 Helferinnen und Helfer arbeiten regelmäßig im Kreistestzentrum in Waldkirch. „Die Stimmung ist gut. Wir bekommen von unseren „Kunden“ viel Anerkennung und Dank“, weiß Jens Ruppenthal. Die Helferinnen und Helfer sind speziell geschult und mittlerweile ein bestens eingespieltes, sehr erfahrenes Team. „Wir haben seit Öffnung der Einrichtung allein in Waldkirch über 17.000 Tests durchgeführt“, so Ruppenthal. Davon waren 57 positiv. Das entspricht einer Quote von unter 0,3 Prozent. Die wurden nachher durch PCR-Tests noch einmal verifiziert.  In den vom DRK betriebenen Kreistestzentren werden grundsätzlich die tiefen Nasen- und Rachenabstriche durchgeführt. „Die haben einfach eine höhere Sicherheit“, so Ruppenthal. Auf Wunsch kann aber auch ein einfacher Abstrich im vorderen Nasenbereich gemacht werden. Getestet werden alle Altersklassen. Das Mindestalter von Kindern liegt allerdings bei sechs Jahren. Die Auswertung erfolgt gleich vor Ort und wird dann dokumentiert. Die Zertifikate werden dreisprachig ausgestellt – in deutsch, französisch und englisch. „Aufgrund der großen Nachfrage haben wir jetzt eine dritte Abstrichstelle eingerichtet“, so  Ruppenthal. Dadurch können täglich weitere rund 200 Termine vergeben werden. „Wir wollen lange Warteschlangen unbedingt vermeiden. Wer zu uns kommt und einen Termin hat, kann sich darauf verlassen, in maximal 15 Minuten durch zu sein“, so Ruppenthal. „Für uns ist es wichtig, dass wir mit unserer Arbeit einen hohen Qualitätsstandard bieten und so einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten können“, betont er. Niemand muss auf das Testergebnis warten. Es wird digital per Email verschickt. Menschen ohne Internetzugang können auch ohne Anmeldung vorbeikommen und bekommen ihr Testergebnis dann ausgedruckt.

Die Teststation in Malterdingen (Riegeler Str. 7) ist weiterhin von Montag – Freitag von 19:00 bis 21:00 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 13:30 – 17:00 Uhr geöffnet. Anmeldungen sind ebenfalls über die genannte Adresse möglich.

 

]]>
news-44 Thu, 06 May 2021 21:18:33 +0200 Hausnotrufteam des DRK-Kreisverbandes Emmendingen neu aufgestellt https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/hausnotrufteam-des-drk-kreisverbandes-emmendingen-neu-aufgestellt.html „Wir haben in den letzten Monaten einen erhöhten Beratungsbedarf festgestellt“  

Kreis Emmendingen (mkt). Die Hausnotrufabteilung des DRK-Kreisverbandes Emmendingen hat sich personell erneuert. Seit Anfang April besteht das dreiköpfige Team aus Ruth Würstlin, Peggy Böhm und Pascal Heß. Darüber informierte der DRK-Kreisverband Emmendingen in einer Pressemitteilung.

Die gelernte Schneiderin Ruth Würstlin kam über die ehrenamtliche Schiene des Roten Kreuzes zum DRK-Kreisverband Emmendingen. Da ein umfassendes medizinisches Wissen für die Beratung der Hausnotrufkunden und ihrer Angehörigen unabdingbar ist, qualifizierte sie sich nach der Sanitätsausbildung über mehrere interne Ausbildungskurse nicht nur medizinisch weiter, sondern erlangte, wie auch ihre beiden Kollegen, die nötigen technischen Kenntnisse über das komplexe Hausnotrufsystem und die damit zusammenhängenden administrativen Anforderungen. Peggy Böhm bringt die Qualifikation einer Diplom-Pflegemanagerin mit, Pascal Heß ist ausgebildeter Rettungssanitäter.

Das Hausnotruf-Angebot des DRK-Kreisverbandes Emmendingen konzentriert sich auf den Landkreis Emmendingen. Zwischen Oberprechtal und Denzlingen, Rheinhausen und Jechtingen sind mittlerweile rund 1.150 DRK-Hausnotrufgeräte installiert. Stolz ist man darauf, dass auch während der Corona-bedingten Einschränkungen der Service des Hausnotruf-Teams nicht nur vollumfänglich aufrecht erhalten blieb, sondern sogar noch ausgeweitert werden konnte. So wurden zum Beispiel die Telefon- und online-Beratungen intensiviert. Eine neue Gerätegeneration besticht durch eine wesentlich vereinfachtere Handhabung, sodass die Installation vor Ort mittlerweile – unter telefonischer Anleitung eines Hausnotruf-Mitarbeiters – auch durch Angehörige vorgenommen werden kann. Nach wie vor werden aber auf Wunsch und nach vorheriger Terminabsprache auch Hausbesuche geleistet. Obwohl die drei Mitarbeiter/innen des Hausnotrufteams geimpft sind, ist dabei eine persönliche Schutzausrüstung obligat.

 „Wir haben in den letzten Monaten einen erhöhten Beratungsbedarf festgestellt“, so Pascal Heß. Viele ältere Menschen hätten zum Beispiel die Ausgangssperren als bedrohlich empfunden. Ein Hausnotrufgerät biete ihnen die Sicherheit, dass sie im Notfall auf schnelle, qualifizierte Hilfe zählen können, auch wenn ihre Angehörigen nicht verfügbar sind. Der Hausnotservice des DRK-Kreisverbandes  Emmendingen bietet verschiedene Leistungspakete an: Der Basisanschluss kostet 23 Euro im Monat. Bei einer Einstufung ab Pflegegrad eins übernimmt die Pflegekasse diese Gebühr. Das Komfortpaket mit Schlüsselhinterlegung auf der für den Wohnort zuständigen Rettungswache beläuft sich auf 47 Euro. Davon übernimmt die Pflegekasse bei Einstufung ab Pflegegrad eins 23 Euro. Nähere Infos über den Hausnotrufservice kann man telefonisch beim DRK-Kreisverband Emmendingen unter der Nummer 07641/460130 oder auf der homepage unter der Adresse www.drk-emmendingen.de, Rubrik Hausnotruf erfahren.

 

]]>
news-43 Tue, 04 May 2021 14:42:44 +0200 EUTB Europ Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung https://www.drk-emmendingen.de/aktuell/presse-service/meldung/eutb-europ-protesttag-zur-gleichstellung-von-menschen-mit-behinderung.html EUTB® (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) 2021 im Landkreis Emmendingen „Und nun noch Corona ….“ eine Ratsuchende sitzt völlig erschöpft und verzweifelt vor der Teilhabeberaterin: die finanzielle Lage drückt, eine barrierefreie Wohnung findet sich einfach nicht, der Stress durch das home-schooling der Kinder steigt zuhause und die Erreichbarkeit und die Abläufe haben sich in Bezug auf Beantragung von Hilfen an vielen Stellen geändert. Für sie der absolute worst case. Nein, sie brauche keine Psychotherapeutin, sie brauche einfach Unterstützung in Bezug auf das Management ihrer Behinderung und perspektivisch eine der Behinderung angemessene passende Arbeitsstelle. So oder so ähnlich klingt der Alltag der Teilhabeberater*innen der EUTB® –Beratungsstellen im Landkreis Emmendingen.

Anlässlich des Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2021 am 5. Mai 2021 möchten wir auch in unserem Landkreis Emmendingen für die Situation von Menschen mit Behinderung sensibilisieren und aufmerksam machen. Gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Mit großem Engagement setzen sich die Teilhabeberater*innen daher für die Ratsuchenden im Landkreis ein.

Seit Mai 2018 besteht das - durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte um im Bundesteilhabegesetz geregelte Beratungsangebot EUTB® im Landkreis Emmendingen. Träger sind die Lebenshilfe Kreisvereinigung Emmendingen e.V., das Diakonische Werk Emmendingen und das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Emmendingen e.V.

Die fünf Berater*innen blicken nach drei Jahren Arbeit auf eine bunte Vielfalt an unterschiedlichen Themen und Anliegen zu Reha- und Teilhabeleistungen. Im Jahr 2020 wurden Menschen mit einer (drohenden) seelischen, körperlichen, geistigen Beeinträchtigung und deren Angehörige in über 300 Fällen und mit über 1200 Beratungsgesprächen und –kontakten begleitet. „Auch Mitarbeitende von Institutionen und Organisationen hatten sich während des letzten Jahres vereinzelt in Bezug auf Fragestellungen zu Reha- und Teilhabeleistungen für Anliegen von Menschen mit Behinderung an uns gewandt“, sagt Philipp Hensel von der EUTB®-Beratungsstelle des Diakonischen Werks.

„Die Themen und Fragestellungen der Ratsuchenden sind sehr individuell und differenziert.“ gibt Sophia Heiss von der EUTB®-Beratungsstelle der Lebenshilfe Emmendingen an.

Besonders häufig wurden die Emmendinger EUTB®-Berater*innen während des vergangenen Jahres zu Fragen der Rehabilitation und Teilhabe in Bezug auf die Lebensbereiche Wohnen, Arbeit und Schule aufgesucht. Inhalt war oft, die individuellen Möglichkeiten behinderungsbedingte Bedarfe zu kennen, zu beschreiben und zu beantragen und auch für sich durchsetzen zu können. Ergänzend kamen u.a. Fragen zu Hilfsmitteln und Assistenzleistungen hinzu.

Nach der Idee „Betroffene beraten Betroffene“ zeigt die Beratungsarbeit der EUTB® ihr besonderes Profil, in dem auch Menschen mit einer eigenen Behinderung beraten. So können Hemmschwellen

beim Aufsuchen einer Beratungsstelle abgebaut werden und persönliche Praxiserfahrungen ergänzt werden. „Wir bekommen sehr positive und oft dankbare Rückmeldungen.“ meinen die Berater*innen. „Betroffene bekommen oft die Rückmeldung, dass Fachleute nicht zuständig seien und wissen dann nicht, wohin sie sich wenden sollen. Hier setzt unsere Beratung häufig an, weil wir dann bei den Zieladressen der zuständigen Fachleute und Vorgehensweisen unterstützen können.“

So seien auch Ratsuchende – wie im eingangs geschilderten Fall – dankbar, wenn gemeinsam mit dem/der Teilhabeberater*in eine Übersicht der anstehenden Schritte gemacht und z.B. eine dem Alltag angemessene Behinderungsbeschreibung erarbeitet werden kann. Eine Diagnose reiche meist nicht aus, um den genauen Teilhabebedarf gut beschreiben zu können. Außerdem erklären sich viele Formen von Behinderungen für Außenstehende nicht von selbst. Der Mensch mit Behinderung kann hier häufig hilfreiche Formulierungen/Erklärungen finden, um Verständnis zu fördern. Manches ließe sich aber auch nur schlecht erklären und würde häufig zu Missverständnissen in der sozialen Umgebung führen. Darüber hinaus werden gemeinsam Schwerpunkte zum Beratungsbedarf gelegt sowie – bei Bedarf - begleitende Telefonate geführt. Auch kann die EUTB®-Berater*in zu einem Runden Tisch als Vertrauensperson und Unterstützer*in begleiten, wenn das von der ratsuchenden Person mit (drohender) Behinderung und/oder deren Angehörige gewünscht ist. Die Beratung erfolgt parteiisch auf der Seite der Ratsuchenden im Kontext des Leistungsdreiecks Kostenträger, Leistungserbringer und betroffener Mensch mit Behinderung. Über allen Beteiligten stehen Inhalte des Sozialgesetzbuches als Richtschnur und ggf. Argumentationshilfen – meist mit Schwerpunkt im Bereich SGB IX.

Die Erreichbarkeit während der Corona-Pandemie bleibt in allen Beratungsstellen verlässlich gegeben. Die Form des Beratungsgesprächs kann variieren. Persönliche Beratungsgespräche werden unter Einhaltung der Hygieneregelungen angeboten und erfolgen nach Terminvereinbarung zeitnah. Neben den Beratungsstellen in Emmendingen werden im Landkreis auch Außenstellen geführt: im Torhaus in Herbolzheim (Diakonisches Werk), im Generationenbüro in Waldkirch (Lebenshilfe), im Bürgerhaus in Endingen (DRK) sowie in den Räumlichkeiten der Werkstatt der Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal e.V. in Elzach (DRK).

Gerne möchten die EUTB®-Beratungsstellen in Emmendingen und in den Außenstellen im Landkreis auch weiterhin eine barrierefreie einfach und leicht zugängliche Anlaufstelle sein, die Unterstützung bei der Komplexität der Teilhabemöglichkeiten und –leistungen bietet. Denn gute Beratung und Information kann dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung besser selbstbestimmt Entscheidungen treffen und ihre Handlungsoptionen abwägen und ggf. gezielt erweitern können.

Nähere Angaben finden Sie auf den jeweiligen Homepages: www.diakonie-emmendingen.de, www.lebenshilfe-emmendingen.de, www.drk-emmendingen.de.

]]>